„Jetzt erst wird das Netzwerk gegründet“ – Die AdZ-Strategiekonferenz in Wolfsburg


Es ist unmöglich, dass Reinhard Kahl, der Mann der Metaphern, diesen Ort zufällig ausgewählt hat: Auf dem Grund eines trockengelegten Schwimmbeckens versammelten sich am Samstag, d. 12.3.2011 ca. 100 Mitglieder des z. Z. ebenfalls recht ausgetrockneten AdZ-Netzwerks, um Strategien für die Zukunft und die Planung des Kongresses im Oktober zu besprechen.

Im Eingangsstatement gab Reinhard Kahl einen – nicht nur für Neuzugänge interessanten -Kurzabriss der Geschichte des Netzwerks: Der unerwartete Erfolg des Films „Treibhäuser der Zukunft“ und die damit verbundenen Anfragen rund um das Thema gelungene Schulen führten 2007 zu der Frage, ob man die Anrufer abwimmeln oder etwas daraus machen sollte.

Der Kongress in Bregenz 2008 bildete den Höhepunkt der durch die Bewegung gestarteten Aufbruchsstimmung, die jedoch durch die Missbrauchsfälle in der über die Maßen idealisierten Odenwaldschule ein jähes Ende fand. Die Ziele des Netzwerks mussten daraufhin neu formuliert und bisherige Ideale hinterfragt werden.

Eine gute und eine schlechte Nachricht beendeten den Vortrag: Die Grundfinanzierung des Kongresses ist dank der Stiftung Mercator sowie einer großzügigen Einzelspende von Götz Werner gesichert. Reinhard Kahl plant jedoch, sich in 1-2 Jahren aus dem Netzwerk zurückzuziehen, um an anderen Projekten zu arbeiten.

Ulrike Kegler unterstrich anschließend die Forderung, die Ziele und die Struktur des Netzwerks neu zu überdenken. Man müsse aus dem Schwärmen herauskommen und realisieren, dass das Netzwerk wie jede Bewegung Höhenflüge und Niederungen sowie Phasen der Stagnation erlebt. Das große Kapital des Netzwerks sind die sehr interessanten Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen, so Kegler weiter, die die Basis für die zukünftige Entwicklung darstellen.

Die anschließenden Wortmeldungen sprachen u. a. fehlende Austauschmöglichkeiten und die mangelnde Offenheit des Netzwerks für Außenstehende an. Ein weiterer interessanter Vorschlag sprach die Schaffung von „Netzwerkstätten“ an, die das Netzwerk in ausgewählten Städten errichten könnte, um eine Anlaufstelle für Fragen und Projekte zu bieten.

Die großen Wünsche drohen jedoch immer an der Finanzierung zu scheitern, weshalb mit Nachdruck darauf hingewiesen wurde, wie wichtig die Suche nach Sponsoren ist. Es wurde zudem der Wunsch geäußert, die Ideen des Netzwerks auch in der Lehrerausbildung vorzustellen. Auch die Gründung neuer Regionalgruppen sowie die Dokumentation der Ergebnisse ihrer Arbeit wurden gefordert.

Es folgte eine Arbeit in Kleingruppen zu unterschiedlichen Themen – die Ergebnisse werden nach Fertigstellung der Protokolle auf der Homepage des Netzwerks veröffentlicht.

Fazit: Die Strategiekonferenz hat deutlich gemacht, dass die Teilnehmer sich anstrengen müssen, um das Netzwerk am Leben zu erhalten und mit Inhalten zu füllen. Ein erster Schritt wäre es, eine bessere und offene Vernetzung aller Mitglieder zu realisieren. Wie so etwas aussehen könnte, zeigen Projekte wie die „Maschendraht Community“ (http://maschendraht.mixxt.de/). Die für dieses Projekt verwendete Community-Software „Mixxt“ bietet für wenig Geld eine Vielzahl an Funktionen.

Viele Wortbeiträge auf der Konferenz haben sich für eine Öffnung des Netzwerks nach außen ausgesprochen. Genau dies könnte mit einer solchen Plattform erreicht werden: Ein transparentes und offenes Netzwerk, in dem Mitglieder und Außenstehende schnell und unkompliziert kommunizieren können. Alles, was nur die Mitglieder des Netzwerks betrifft, könnte weiterhin über den internen Bereich der AdZ-Homepage laufen. P.S.: Vielen Dank an Simon Borchers für das Foto!

2 Kommentare zu “„Jetzt erst wird das Netzwerk gegründet“ – Die AdZ-Strategiekonferenz in Wolfsburg

  1. Pingback: Mitgliederversammlung des AdZ-Netzwerks in Wolfsburg « Medienistik Blog

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