Warum ich nicht am AdZ-Kongress teilnehmen werde


In den letzten Tagen habe ich endgültig beschlossen, dass ich nicht am AdZ-Kongress am Bodensee vom 14.-16.Oktober 2011 teilnehmen werde. Zwei Gründe haben zu dieser Entscheidung geführt:

1. Kein Programm

Es hätte mich – wie viele andere wahrscheinlich auch – inkl. Fahrtkosten und Übernachtung ca. 500-600 Euro gekostet, um an dem Kongress teilnehmen zu können. Da ist es für mich unverständlich, dass selbst fünf Tage vorher kein festes Programm zu finden ist. Die seit Wochen auf der Homepage zu lesende Ankündigung „In den nächsten Tagen wird das Puzzle zusammengefügt sein.“ wurde leider nie erfüllt. Für Samstag, d. 15. Oktober ist daher nur zu lesen: „9-19 Uhr – Workshops und Vorträge, Gärten und Cafés“. Alleine die Tatsache, dass man schon „Gärten und Cafés“ mit ins Programm aufnimmt, macht mich skeptisch. Auch die Kongresszeitung (übrigens eine hervorragende Idee) scheint eingeschlafen zu sein. Was ist beispielsweise aus den Verhandlungen mit Sir Ken Robinson geworden, über die die Kongresszeitung berichtet hat.

2. keine Reaktion

In den vergangenen Monaten gab es viele kritische Anfragen an das Netzwerk, beispielsweise im Interview von Christian Füller mit Salman Ansari im Spiegel oder demArtikel „Der Kongress darf nicht schweigen“ , ebenfalls von Christian Füller, in der taz. In letzterem Artikel wurde die Behauptung geäußert, dass der Kongress 2010 wegen den Missbrauchsvorwürfen gegen Gerold Becker abgesagt wurde, weil der Kongress eine „Krönungsmesse“ für seinen Lebenspartner Hartmut von Hentig werden sollte. Wörtlich heißt es in dem Artikel:

„Reinhard Kahl meint, das mit dem Geburtstag sei Zufall gewesen. Als das ganze Ausmaß des sexuellen Missbrauchs im März 2010 bekannt wurde, „da habe ich die Kongressvorbereitungen nicht gestoppt, aber verzögert“. Und schließlich den Kongress abgesagt. Der Kongress schwieg. Das größte Verbrechen der Reformpädagogik blieb unerörtert.“

Im offiziellen AdZ-Newsletter hieß es dagegen bezüglich der Gründe, die zu einer Absage des Kongresses geführt haben: „Der Hauptsponsor, von dem wir uns einiges versprochen haben, kann die in Aussicht gestellte Unterstützung nicht halten.“ Was stimmt denn nun? Da davon auszugehen ist, dass Artikel über das Netzwerk in der taz oder im Spiegel von den Verantwortlichen zur Kenntnis genommen werden, wundert es, dass sich hierzu niemand aus dem Netzwerk äußert.

Der Kongress 2008 am Bodensee war für mich aufgrund der erstklassigen Vorträge und Diskussionen eine unvergessliche Erfahrung und eine großartige Gelgenheit, um Kontakte zu knüpfen. Ich wünsche allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, dass es auch dieses Jahr wieder so sein wird, aber aus den genannten Gründen werde ich nur virtuell per Twitter mit dabei sein. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer dürfen das gerne als Aufforderung lesen, fleißig über den Kongress zu berichten!

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