Game Changer


Im neuen SPIEGEL geht es um die positive Wirkung von Computerspielen

Im neuen SPIEGEL geht es (endlich) um die positive Wirkung von Computerspielen

Nein – es ist kein Traum. Im aktuellen SPIEGEL ist tatsächlich der Screenshots eines „Killerspiels“ mit der fettgedruckten Aufforderung „Du sollst spielen!“ versehen.

Und weiter heißt es: „Digitale Spiele machen gewalttätig und einsam. Dachte man.“ Diese Titelstory markiert damit einen Wendepunkt in der Berichterstattung über Computerspiele.

Zwar sind ausgewogene Berichte über aktuelle Computerspiele in den Presse-Feuilletons keine Seltenheit mehr, aber eine intensive Auseinandersetzung mit den einst propagierten Vorurteilen und neuen Forschungsergebnissen zur Bedeutung des Spielens fand in der überregionalen Presse bislang kaum statt.

Vor allem für Medienpädagogen ist das Cover des aktuellen SPIEGEL bedeutsam. Sie setzen sich seit Jahr(zehnt)en dafür ein, Computerspiele in der Schule zu thematisieren. Dass dies oft erhebliche Überzeungungsarbeit kostet, liegt nicht zuletzt an den Journalisten, die in der Vergangenheit oftmals einseitig und reißerisch über Computerspiele berichtet haben. Zur Verdeutlichung folgen einige typische Schlagzeilen aus den vergangangen Jahren:

  • Computerspiele machen aggressiv (nano online vom 21.12.2000)
  • Die Killer-Konditionierung (Süddeutsche Zeitung vom 27.03.2002)
  • Computerspiele machen dumm (SPIEGEL ONLINE vom 01.12.2004)
  • Gewaltspiele fördern unsoziales Verhalten (SPIEGEL ONLINE vom 25.02.2005)
  • Gewalt ohne Grenzen – Brutale Computerspiele im Kinderzimmer (Frontal21 vom 26.04.2005)
  • Kann denn Töten Spielen sein? (Süddeutsche Zeitung vom 03.06.2005)
  • Je mehr am Computer, desto dümmer (SPIEGEL ONLINE vom 06.10.2005)
Aufruf, Computerspiele in den Müll zu werfen

Aufruf, Computerspiele in den Müll zu werfen

Und wer erinnert sich noch an das „Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden“ und ihren Aufruf „Familien gegen Killerspiele“ aus dem Jahr 2009? oder an den „Kölner Aufruf gegen Computergewalt„, unterzeichnet u. a. von Manfred Spitzer und Gerald Hüther, in dem es heißt, dass die Erforschung vom Computerspielen „gegen den gesetzlichen Auftrag zur Friedenserziehung“ verstoße und Medienpädagogen „Komplizen, Kollaborateure und Profiteure der Killer-Industrie“ seien.

Nun korrigiert der SPIEGEL dieses Zerrbild, räumt mit Vorurteilen auf und zeigt, warum Computerspiele wichtig sind. Es bleibt zu hoffen, dass die Arbeit mit Computerspielen in der Schule dadurch in Zukunft mehr Unterstützung erfährt.

Mehr über Computerspiele in der Schule auf MEDIENISTIK.DE:

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