Das digitale Schulbuch 2.0


radikal digital - auf scook sind ab nächster Woche alle Cornelsen-Produkte digital verfügbar - und zwar kostenlos!

radikal digital – auf scook sind ab nächster Woche alle Cornelsen-Produkte digital verfügbar – und zwar kostenlos!

Besonders selbstsicher beginnt der Brief nicht, den Cornelsen vor wenigen Tagen an alle seine Autoren geschickt hat:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

der digitale Wandel wird kommen. Da sind wir sicher, auch wenn die Nachfrage aus der Schule derzeit noch gering ist und sich Investitionen für den Einsatz von digitalen Materialien im Unterricht auf absehbare Zeit für die Verlage kaum rechnen.“

Dann folgt die Überraschung:

„Wir bieten zukünftig alle Unterrichtsmaterialien der Cornelsen Schulverlage sowie die notwendigen Lernmaterialien in digitaler Form an. [D]iese zusätzliche Leistung [werden wir] nicht seperat bepreisen, sondern die digitalen Varianten für einen längeren Nutzungszeitraum – aktuell geplant sind 5 Jahre – mit den gekauften/angeschafften gedruckten Schulbüchern ohne Zusatzkosten anbieten.“

Die zentrale Plattform für dieses Vorhaben ist www.scook.de, die nächste Woche auf der didacta in Stuttgart groß vorgestellt werden wird. Die erst 2012 gestartete Seite „Digitale Schulbücher“ scheint damit für Cornelsen ein Auslaufmodell zu sein.

Am 24. März geht scook online. Funktionen zum Austausch von Lehrkräften mit Schülerinnen und Schülern und die Möglichkeite, externe „Inhalte von Partnern“ hochzuladen, sollen später folgen. Das Angebot läuft sowohl auf Computern als aus auch auf Tablets und Smartphones.

Eine „unabhängige Plattform“?

Cornelsen bewirbt „scook“ als „unabhängige Plattform für Lehrer und ihre Schüler“. Das bezieht sich wohl in erster Linie auf die Unabhängigkeit von einem bestimmten Betriebssystem, denn inhaltlich ist der Nutzer sehr wohl abhängig; schließlich lässt sich die Plattform (im Gegensatz zu „Digitale Schulbücher“) nur für die Produkte von Cornelsen nutzen. Wer genau die Partner sein sollen, deren Inhalte später zugelassen werden sollen, wird nicht gesagt.

Ein reines Verlustgeschäft?

Wie eingangs erwähnt, ist Cornelsen skeptisch, ob sich die Plafform finanziell lohnen wird. Es ist bislang auch nicht ersichtlich, wie sie jemals Gewinn erwirtschaften soll. Cornelsen verspricht den Autoren trotzdem, dass erwirtschaftete Gewinne vergütet werden. Dass das nicht im großen Stil erwartet wird, zeigt der im Brief nachgeschobene Satz: „Hierzu werden wir in jedem Einzelfall auf Sie zukommen.“

Ein mutiger Schritt

Aller Kritik zum Trotz ist die Möglichkeit, jedes Schulbuch von Cornelsen ohne zusätzliche Kosten auf allen digitalen Geräten verwenden zu können, reizvoll und es ist Cornelsen hoch anzurechnen, dass sie aller Bedenken zum Trotz die Digitalisierung ihrer Inhalte konsequent vorantreiben. Ich bin gespannt, was Wolf Rüdiger Feldmann, der Geschäftsführer der Cornelsen Schulverlage, nächste Woche zu dieser neuen Strategie seines Verlags sagen wird.

Wen das ebenfalls interessiert, den lade ich noch einmal herzlich ein zur Diskussionsrunde „Analog und Digital: Welche Zukunft hat das Schulbuch?“ auf der didacta am Freitag, d. 28. März von 13.30 Uhr – 14.45 Uhr in Halle 1 auf dem Stand 1K71. Mit mir dabei sind neben Wolf Rüdiger Feldmann auch Prof. Dr. Eva Matthes, die den Gebrauch von Online-Bildungsmedien untersucht hat, und „Tastenspieler“ André J. Spang.

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