Das schulinterne Mediencurriculum


Die offiziellen Lehrpläne bringen den digitalen Wandel kaum voran, daher müssen Schulen selbst aktiv werden.

Die offiziellen Lehrpläne bringen den digitalen Wandel kaum voran, daher müssen Schulen selbst aktiv werden.

Lehrpläne sind unbeliebt. Zwar braucht sie jede Lehrkraft, aber wohl kaum jemand liest sie wirklich von Anfang bis Ende. Die Lektüre wird dem Leser auch nicht gerade leicht gemacht. Lehrpläne wimmeln von Kompetenzforderungen und schwammigen Begriffen.

So sollen Schülerinnen und Schüler im Deutschunterricht beispielsweise „medienspezifische Formen kennen“ und „zwischen Wirklichkeit und virtuellen Welten in Medien unterscheiden“. Medienspezifische Formen sind laut Lehrplan etwa „Hypertext, Werbekommunikation und Infotainment“.

Immerhin wird hier die Richtung klar. In früheren Versionen des Lehrplans war alles noch viel schlimmer. Dort war die Rede von „Medientexten“, „filmischen Texten“ und „audiovisuellen Texten“. Man versuchte die Hilflosigkeit der Deutschdidaktik gegenüber den neuen Medien einfach dadurch zu kaschieren, dass man alles zu einem Text machte, auch wenn das natürlich hanebüchener Unsinn ist.

Die gymnasialen Lehrpläne (zumindest hier in NRW) schweigen sich über den Einsatz von Filmen, Computern und dem Internet noch immer weitestgehend aus. Zwar finden engagierte Kolleginnen und Kollegen mittlerweile in allen Fächern Anknüpfungspunkte für die Arbeit mit neuen Medien, aber verpflichtend ist kaum etwas.

An diesem Punkt setzte das Projekt „Der digitale Kanon“ ein, das zeigt, wie man Schülerinnen und Schüler an der Erstellung der Lehrpläne beteiligen und kompetenzorientiert mit Tablets und Smartphones arbeiten kann.

Schulen, die ihr Klientel fit fürs digitale Zeitalter machen möchten, dürfen also nicht auf offizielle Vorgaben warten, sondern müssen selbst aktiv werden, z.B. indem sie ein schulinternes Mediencurriculum erstellen. Hierfür gibt es zahlreiche Anregungen im Internet, etwa das sehr gelungene und mit vielen Links auf zusätzliche Arbeitsmaterialien versehene Mediencurriculum für die Sek.II der Landesmedienzentrale Baden-Württemberg.

Auch an meiner alten Schule, dem St,.Georg-Gymnasium in Bocholt, habe ich im vergangenen Schuljahr das schulinterne Mediencurriculum überarbeitet, um die übergeordneten Ziele der bereits vorhandenen Initiativen und Projekte herauszustellen. Diese lassen sich in nur vier Wörtern zusammenfassen: Teilhabe, Produktion, Experten und Offenheit.

Wer wissen möchte, was genau damit gemeint ist, kann sich das komplette schulinterne Mediencurriculum des St.-Georg-Gymnasiums hier herunterladen und hoffentlich einige Anregungen für die eigene medienpädagogische Arbeit finden.

2 Kommentare zu “Das schulinterne Mediencurriculum

  1. In NRW gibt es schon einige Anknüpfungspunkte zu digitalen Medien in den Kernlehrplänen. Im Lehrplankompass (http://www.lehrplankompass.nrw.de/Lehrplankompass/Startseite/) sind diese Stellen vermerkt. Man kann mit dieser Hilfe den Medienpass NRW, den ich in Bezug auf Vermittlung von Medienkompetenz recht gelungen finde, gut an die Lehrpläne andocken.
    Klar, Medienkompetenz alleine ist es nicht, wenn es um Unterricht mit digitalen Medien geht. Es gibt noch ein übergeordnetes Ziel, die Befähigung des Lernenden zu eigenständigem, lebenslangem Lernen. Dafür stellen die digitalen Medien und Medienkompetenz jedoch einen wichtigen Baustein dar. Letzteres haben Schulen bei der Entwicklung von Medienkonzepten leider nur selten im Blick.

  2. Pingback: Die NRW 4.0-Strategie: “Lernen im Digitalen Wandel” « Medienistik Blog

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