Raspberry Pi Zero – Was taugt der 5,-€-Computer?


Pi Zero

Auf dem 5,-€-Computer lässt sich auch Minecraft spielen.

In 24 Stunden war er ausverkauft, der Raspberry Pi Zero. Kein Wunder – schließlich kostet das jüngste Mitglied der Pi-Familie nur ca. 5,- Euro und ist dennoch ein vollwertiger Computer.

Beim Pi Zero wurde gegenüber den vorherigen Modellen B+ und 2 B alles gestrichen, was nicht unbedingt notwendig ist: Er besitzt keinen Netzwerkanschluss, keinen 3,5mm-Tonausgang, nur einen (Micro-)USB-Anschluss und keinen Anschluss für das Camera-Board oder das neue Touch-Display.

Dennoch hat der Pi Zero viel zu bieten: die technischen Spezifiaktionen entsprechen dem des Modells A+, das bereits einige Zeit erhältlich ist. Der Prozessor ist mit  1 Ghz getaktet und kann auf 512 MB RAM zugreifen. Auch der Pi Zero kann also Full-HD-Videos abspielen sowie als Cloud-Server oder Retro-Spielkonsole dienen. Ich habe ihn nun seit einigen Tagen im Einsatz und kann ein erstes Fazit ziehen.

Für die Schule eher ungeeignet…

So faszinierend der Gedanke ist, einen Computer für 5,- Euro zu kaufen, muss man dennoch bedenken, dass der Pi Zero in der Regel auf eine ganze Menge Zubehör angewiesen ist, um sinnvoll eingesetzt werden zu können. Meist unverzichtbar sind ein Micro-USB zu USB-Adapter sowie ein Micro-HDMI zu HDMI-Adapter. Möchte man nicht nur ein USB-Gerät anschließen (belegen doch bereits Maus und Tastatur zwei Ports), benötigt man zudem einen USB-Hub. Um sinnvoll mit dem GPIO-Port arbeiten zu können, kommt ein so genannter Header hinzu, der per Hand angelötet werden muss.

Wie bei allen Raspberry Pi-Modellen braucht man natürlich in jedem Fall eine Micro-SD-Karte. Das Betriebssystem Raspbian wurde bereits in einer neuen, für den Pi Zero optimierten Version bereitgestellt.

… aber ein Traum für Bastler

Game Boy

Wer sich z.B. einen Pi-Game Boy bauen möchte, wird den Pi Zero lieben.

Die Stärke des Pi Zero liegt in seinem Formfaktor (60 x 30 x 5,4 mm), schließlich passt er problemlos in eine geschlossene Faust und wiegt nur 9g.

Wer also demnächst vorhat, den Pi samt Display und Akku in ein Gehäuse zu bauen, hat nun deutlich mehr Raum zur Verfügung. Ganz zu schweigen davon, dass Bastelprojekte mit dem Pi nun deutlich günstiger werden.

Es ist daher zu vermuten, dass der Pi Zero der Maker-Szene einen gehörigen Schub verpassen wird. Der Pi ist nun so klein und so günstig, dass nichts mehr dagegen spricht, ihn zum Steuern einer Steckdose oder einer elektronischen Garagentür zu verwenden, selbst wenn seine Power auch zum Betreiben eines Mediacenters ausreichen würde.

Übrigens eher ein Vorteil als ein Kompromiss ist die Tatsache, dass der Micro SD-Slot keinen Federmechanismus mehr besitzt. Dieser sorgte bei alten Pis manchmal dafür, dass die Micro SD-Karte aus Versehen ausgeworfen wurde.

Fazit:

Für die Schule ist der Pi Zero trotz des günstigen Preises wenig geeignet, da er viel Zubehör verlangt, um einsatzbereit zu sein. Auch Anwender, die sich ihren ersten Raspberry Pi kaufen möchten, sollten der Verlockung des günstigen Preises für den Pi Zero widerstehen und lieber zum teureren Modell 2 B greifen.

Der Pi Zero ist eher für fortgeschrittene Nutzer mit Erfahrung im Löten geeignet und wird wohl vor allem in Bastelprojekten zum Einsatz kommen, bei denen es auf jeden Millimeter ankommt.

 

2 Kommentare zu “Raspberry Pi Zero – Was taugt der 5,-€-Computer?

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