Diskussionsrunde am 1.2.19 mit Yvonne Gebauer in Wuppertal


symposium wuppertalAm nächsten Freitag, d. 1.2.2019 findet das Symposium „Informatisches Lernen zum Verstehen der digitalen Medienwelt“ an der Bergischen Universität Wuppertal statt.

In der Pressemitteilung wird der Aufbau des Symposiums näher erläutert:

Die Veranstaltung ist in drei Themenblöcke gegliedert. Im ersten geht es um Inhalte, Methoden und Bildungsziele dieses Faches. Im Zentrum des zweiten Blocks steht die Frage, ob informatische Bildung heute zur Allgemeinbildung gehört und welche Erwartungen Politik und Gesellschaft diesbezüglich haben. Im dritten Themenblock werden verschiedene Praxisprojekte vorgestellt. Dabei geht es u.a. um Informatikunterricht in Grundschulen sowie die Vernetzung von realen und digitalen Lernräumen.

Anschließend bin ich mit folgenden Personen eingeladen, an einer Diskussionsrunde teilzunehmen:

  • Yvonne Gebauer (Ministerin für Schule und Bildung in NRW)
  • Prof. Dr. Andreas Frommer (Prorektor Studium und Lehre der Bergischen Universität)
  • Prof. Dr. Birgit Eickelmann (Universität Paderborn)
  • Prof. Dr. Jürg Gutknecht (Schweizer Informatik Gesellschaft)
  • Prof. Dr. Ludger Humbert (Bergische Universität)

Die Plenumsdiskussion beginnt um 16 Uhr und hat das Thema: „Welchen Beitrag liefert die informatische Bildung für die Schulfächer, die allgemeine Bildung und die Vorbereitung auf eine Partizipation an der digitalen Gesellschaft?“

Als kleine Vorbereitung auf diesen Tag stelle ich hier einmal meine drei Kernthesen zu dem Thema vor:

  • Informatische Bildung muss Pflicht werden in der LehrerInnenbildung

Meine Kollegin Viktoriya Lebedynska und ich haben in unserem Seminar „Coden, Basteln und Unterrichten mit dem Raspberry Pi“ an der Uni Köln gezeigt, wie informatische Bildung auf kreative und spannende Weise Einzug in die Ausbildung von Lehrkräften erhalten kann.

Wir sind jedes Semester überrascht davon, auf welch kreative Ideen die angehenden Lehrerinnen und Lehrer kommen, wenn man ihnen zeigt, was kostengünstige digitale Tools heute können, wie das Internet of Things funktioniert und wie einfach der Einstieg ins Programmieren gelingen kann.

Solche Seminare sollten von allen Lehramtsstudierenden besucht werden. Würde man die dort erstellten Ideen als OER-Materialien veröffentlichen, hätte man binnen kürzester Zeit einen riesigen Pool an Ideen.

  • Wir benötigen ein Zentrum für digitale LehrerInnenbildung

England macht es vor – dort hat die Raspberry Pi Foundation den Auftrag bekommen, für 84 Millionen Pfund ein Zentrum für digitale LehrerInnenbildung einzurichten. Von den besten Experten des Landes wird hier z. B. an Online-Kursen gearbeitet und technischer Support für Schulen angeboten. Philip Colligan, Chief Executive der Raspberry Pi Foundation, kann daher völlig zurecht behaupten:

This level of investment is unprecedented anywhere in the world for teacher training in the field of computing and computer science. It is a once-in-a-generation opportunity to transform the way that computing and computer science is taught.”

Auch in Deutschland sollte solch ein staatlich finanziertes Zentrum für digitale Bildung aufgebaut werden, wo unabhängige und qualitativ hochwertige OER-Materialien und Online-Kurse für alle Lehrkräfte angeboten werden.

  • Digitale Bildung muss eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe werden

Nicht nur Lehrkräfte haben einen großen Fortbildungsbedarf in Bezug auf informatische Bildung – wer auch im digitalen Zeitalter selbstbestimmt und aufgeklärt leben möchte, muss verstehen, wie unsere technischen Gadgets funktionieren, um Gefahren einschätzen und Alternativen wählen zu können.

Dies könnte vielleicht dazu führen, dass Deutschland Vorreiter im Einsatz von Open Source-Software wird und sich immer mehr Menschen den Slogan der Free Software Foundation zu Herzen nehmen: There is NO CLOUD, just other people`s computers.

Startschuss für eine deutschlandweite Kampagne zur digitalen Bildung könnte die ARD-Themenwoche zur Zukunft der Bildung werden, die vom 10. – 16.11.2019 stattfindet. Wie wäre es dann z. B. mit einer Samstagabend-Show zur Funktionsweise von Computern? Talkshows zur digitalen Bildung, Sendungen im Kinderfernsehen zum Programmieren und und und…

Gibt es darüber hinaus noch weitere Ideen, Anregungen oder Kritik, die ich gegenüber der Schulministerin zur Sprache bringen sollte? Wenn ja, würde ich mich über eine anregende Diskussion in den Kommentaren oder auf Twitter freuen. Bleibt mir nur noch zu sagen, dass ich gespannt den nächsten Freitag in Wuppertal erwarte! Die Teilnahme am Symposium ist übrigens kostenlos – hier geht`s  zur Anmeldung.

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