SOS Abschlussprüfung – Crashkurs Deutsch auf YouTube


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Familienfoto mit Literatur-YouTuber Michael Sommer (links) und Helfern

Auf dem YouTube-Channel „Sommers Weltliteratur to go“ startete vor drei Wochen eine bemerkenswerte Hilfsaktion: Der Betreiber des Kanals, Michael Sommer, bot allen Schülerinnen und Schülern, die in diesem Jahr noch eine Abschlussprüfung im Fach Deutsch schreiben, seine Hilfe an. Dazu sollen ihm Schülerinnen und Schüler mitteilen, bei welchen Deutschthemen sie Hilfe in Form von Lernvideos benötigen.

Der Kanal „Sommers Weltliteratur to go“ wurde berühmt durch seine kreativen und lustigen Zusammenfassungen bekannter Klassiker der Weltliteratur. Der Clou der Videos: Es handelt sich um kleine Theateraufführungen mit Playmobil-Figuren, die sogar zum Teil vor Live-Publikum stattfinden.

SOS_iPadAuch die „SOS Hilfsaktion“ fand im Rahmen von drei Livesendungen statt, allerdings mit virtuellem Publikum vor dem Rechner. Herausgekommen ist eine überaus fundierte, unterhaltsame und sehr lehrreiche Reise durch alle für Schülerinnern und Schüler relevanten Themen der Germanistik.

Neben Sommer kommen dabei noch weitere Experten zu Wort und auch ich habe ein paar Lernvideos zur Aktion beigesteuert. Auch wenn die Aktion mittlerweile beendet ist, sind dennoch alle Aufnahmen und Arbeitsblätter weiterhin im Netz erhältlich und ich möchte im Folgenden eine Art digitales Inhaltsverzeichnis nachliefern, mit dessen Hilfe sich gezielt einzelne Themengebiete ansteuern lassen.

Bildschirmfoto 2020-04-15 um 15.08.47Ich hoffe, dass somit dieser Crashkurs auch noch Jahre später hilfreich beim Lernen für Deutschprüfungen jeglicher Art sein kann. Damit die Aktion nicht in Vergessenheit gerät, habe ich eine kleine Zusammenfassung geschrieben und auch ein Themenheft für Schülerinnen und Schüler ist in Planung, das bei der Vorbereitung auf eine Abschlussprüfung im Fach Deutsch helfen soll.

Bildschirmfoto 2020-04-15 um 15.08.17Insgesamt gab es drei Sendungen zu den Themen: Lyrik, Drama und Epik. Als kleiner Bonus wurden auch die wichtigsten Themen aus dem Bereich „Sprache“ aufgegriffen.

Mitgewirkt haben zudem neben Michael und Antonia Pütz, der Frau von Michael Sommer, auch der Lehrer Christian Rühle vom Gymnasium Weilheim, Dr. Frank Suppanz vom Reclam Verlag, die Lehrerin Angelina Schreiter vom Hannah-Arendt-Gymnasium in Potsdam sowie Prof. Dr. Frauke Bernd, Leiterin des Deutschen Seminars an der Uni Zürich und Patrick Bäumel, ehemaliger Praktikant von „Sommers Weltliteratur to go“.

Es folgt eine Übersicht mit allen Themen, die in den drei Live-Sendungen zur Sprache kamen und Links, die direkt zur jeweiligen Stelle im Video führen.

Vol. 1 – Lyrik, Lyrik, Lyrik!

1.) Einleitung mit Antonia Pütz und Michael Sommer

Der Betreiber des Channels „Sommers Weltliteratur“ stellt sich und sein Hilfsprojekt vor.

2.) Wozu Lyrik?

Wer braucht diese fiesen kleinen Gedichte, in einer Sprache geschrieben, die kein Mensch versteht?

3.) Die Gattungen in der Literatur (und Beantwortung von Fragen)

In einem Playmobilfilm werden die Gattungen Epik, Lyrik, Drama und Sachtexte vorgestellt.

4.) Horror Gedichtinterpretation – Analyse und Interpretation am Beispiel des Gedichts „Weltende“ von Jakob van Hoddis (Video von Christian Rühle)

Christian Rühle räumt am Beispiel vom Gedicht „Weltende“ von Jakob Van Hoddis mit falschen Vorstellungen in Bezug auf die Gedichtinterpretation auf. Hier kommt auch erstmals der von Christian Rühle erstellte Fahrplan zur Gedichtinterpretation zum Einsatz.

5.) Übung: Erste Eindrücke festhalten am Beispiel des Gedichts „Ein alter Tibetteppich“ von Else Lasker Schüler

Gemeinsam mit den Zuschauerinnen und Zuschauern sammelt und sortiert Michael Sommer erste Eindrücke zum Gedicht „Ein alter Tibetteppich“ von Else Lasker Schüler.

6.) Erste Eindrücke festhalten am Beispiel des Gedichts „Weltende“ von Jakob van Hoddis (Video von Christian Rühle)

Der Deutschlehrer Christian Rühle notiert erste Eindrücke zum Gedicht „Weltende“ von Jakob van Hoddis.

7.) Inhalt und Struktur des Gedichts „Weltende“ (Video von Christian Rühle) 

Christian Rühle zeigt, welche Überschriften man den einzelnen Strophen in „Weltende“ geben könnte.

8.) Das Lyrische Ich am Beispiel von Goethe „Willkommen und Abschied“ und „Prometheus“

Michael Sommer erklärt, was der Unterschied zwischen einem Erzähler und dem Lyrischen Ich ist.

9.) Das Lyrische Ich in „Weltende“ (Video von Christian Rühle)

In dem Video wird erläutert, was sich alles über das Lyrische Ich im Gedicht „Weltende“ in Erfahrung bringen lässt.

10.) Sprachliche Besonderheiten in Gedichten (Video von Tobias Hübner)

In einem kurzen Video wird erklärt, was Stilfiguren eigentlich sind und wie man sie erkennt. Als weitere Hilfe wird eine Übersicht mit den wichtigsten stilistischen Mitteln bereitgestellt.

11.) Barockliteratur (Playmobilvideo von Michael Sommer)

In dem Playmobilvideo wird am Beispiel der Dichter Martin Opitz, Andreas Gryphius und Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen erläutert, was der Barock eigentlich ist. Zudem wird die Gedichtform „Sonett“ näher beleuchtet.

12.) Sprachliche Bilder

Was bedeuten die Stilmittel Vergleich, Metapher, Symbol und Allegorie?

13.) Die Alliteration

Eine kurze Erläuterung des Stilmittels Alliteration von Michael Sommer.

14.) Die Antithese

Das zentrale Stilmittel des Barock, die Antithese, wird in diesem Video kurz erklärt.

15.) Die Klimax

In diesem Video werden die Stilmittel Klimax bzw. Anti-Klimax vorgestellt.

16.) Sprachliche Besonderheiten und strophenübergreifende Aspekte in „Weltende“ (Video von Christian Rühle)

Christian Rühle untersucht das Gedicht „Weltende“ auf stilistische Besonderheiten und geht der Frage nach, ob diese nicht nur in einer Strophe, sondern im ganzen Gedicht auftauchen.

17.) Reime

Michael Sommer git eine kurze Einführung in das Thema „Reime“.

18.) Reimschemata (Video von Frank Suppanz)

In diesem Video werden der Paarreim, Kreuzreim und umarmende Reim erklärt.

19.) Reime in „Weltende“ (Video von Christian Rühde)

Entsprechend der Vorgehensweise im Fahrplan zur Gedichtanalyse werden in diesem Video die Reime im Gedicht „Weltende“ beschrieben und gedeutet.

20.) Das Metrum (Video von Angelina Schreiter vom Hannah-Arendt-Gymnasium in Potsdam)

In dem Video wird detailliert erläutert, wie man das Metrum in einem Gedicht bestimmt und welche Metren am häufigsten vorkommen.

21.) Das Metrum in „Weltende“ (Video von Christian Rühde)

Christian Rühle zeigt am Beispiel des Gedichtes „Weltende“, wie man das Metrum in diesem Gedicht nicht nur erkennt, sondern auch inhaltlich deuten kann.

22.) Fazit zur Gedichtinterpretation (Michael Sommer)

Michael Sommer zieht ein kurzes Fazit der Sendung und gibt Tipps zum Verfassen einer Klausur.

23.) Bücherempfehlungen

24.) Warum soll man sich mit Lyrik beschäftigen? (Video von Tobias Hübner)

In einem abschließenden Video wird der Frage nachgegangen, warum es überhaupt lohnenswert ist, sich mit Gedichten zu beschäftigen.

Vol. 2 – Drama, Baby!

1.) Einleitung mit Michael Sommer

Michael Sommer führt ins Thema Dramenanalyse ein und stellt die Mitwirkenden vor.

2.) Playmobilvideo: Was ist ein Drama?

Die Anfänge des Theaters in der Antike werden am Beispiel des Dionysostheaters in Athen werden erläutert. Zudem werden Grundlagen (wie z. B. die drei aristotelischen Einheiten) erklärt.

3.) Von den Mysterienspielen zu Shakespeare

Michael Sommer erklärt, wie sich aus den Mysterienspielen im Mittelalter das elisabethanische Theater entwickelt hat und geht dabei vor allem auf William Shakespeare ein.

4.) Das Drama in der Aufklärung (Video von Prof. Dr. Frauke Bernd)

In einem Kurzvortrag erklärt Prof. Dr. Frauke Bernd die verschiedenen Phasen der Aufklärung und geht dabei insbesondere auf die Bedeutung des Dramas in der Aufklärung ein.

5.) Einstieg in die Szenenanalyse mit dem ersten Eindruck

Am Beispiel der zweiten Szene von Schillers Drama „Die Räuber“ wird erarbeitet, wie man den ersten Eindruck für die weitere Analyse fruchtbar machen kann.

6.) Grundfragen der Dramenanalyse (Video von Christian Rühle)

In dem Video wird dargestellt, dass die Besonderheit des Dramas in der Figurenrede liegt. In einem Exkurs wird zudem auf das Kommunikationsquadrat von Friedemann Schulz von Thun und seine Bedeutung für die Dialoganalyse eingegangen.

7.) Figurenanalyse

Das Formular „Figurenanalyse“ von Christian Rühle wird vorgestellt und auf die Figur Karl Moor im Drama „Die Räuber“ angewendet.

8.) Playmobilvideo: Der Sturm und Drang

In diesem Beitrag werden die Epoche „Sturm und Drang“ und seine bekanntesten Protagonisten wie Herder, Schiller und Goethe vorgestellt.

9.) Die Struktur im Drama

Eine Einführung in die Strukturanalyse mit Hilfe der Frage: Was brauche ich, um selbst eine Dramenszene zu schreiben? Anschließend wird die Struktur der zweiten Szene aus „Die Räuber“ analysiert.

10.) Gesprächsanalyse

Am Beispiel von Schillers Drama „Kabale und Liebe“ wird gezeigt, wie sich Gespräche genauer analysieren lassen.

11.) Die Weimarer Klassik (Video von Dr. Frank Suppanz)

In dem Video werden die wesentliche Merkmale der Epoche der Weimarer Klassik vorgestellt.

12.) Der Vers im Drama

Michael Sommer erklärt, welche Bedeutung verschiedene Versformen, wie z. B. der Blankvers, im Drama haben.

13.) Die sprachliche und stilistische Analyse

Michael Sommer stellt vor, welche Bedeutung der Sprache in der Dramenanalyse zukommt.

14.) Die geschlossene und offene Form im Drama

In einem kurzen Beitrag wird auf die Unterschiede zwischen offenen und geschlossenen Dramen eingegangen.

15.) Beantwortung von Fragen zum Thema „Gattung“

Michael Sommer beantwortet Fragen aus dem Chat, die sich mit dem Thema Gattung im Drama beschäftigen.

16.) Literaturempfehlungen

17.) Schlusswort von Michael Sommer

Kurzes, sehr sehenswertes Fazit der Sendung mit Hinweis auf die Bedeutung der Regieanweisungen bei dramatischen Texten, insbesondere in Bezug auf moderne Aufführungen.

Vol. 3 – Epic!

1.) Begrüßung von Michael Sommer

Vorstellung von Michael Sommer und seinen Helferinnen und Helfern.

2.) Was ist das eigentlich, Epik?

Michael Sommer definiert die Gattung Epik und grenzt sie von der Lyrik und dem Drama ab.

3.) Playmobil-Version der Novelle „Das Bettelweib von Locarno“ von Heinrich von Kleist

Als Beispiel für die Interpretation eines epischen Textes wird im Folgenden die Novelle „Das Bettelweib von Locarno“ verwendet. Der komplette Text lässt sich auch hier herunterladen.

4.) Aufbau und Struktur des Textes „Das Bettelweib von Locarno“

Michael Sommer erklärt, nach welchen Kriterien ein epischer Text in Sinnabschnitte eingeteilt werden kann.

5.) Der innere Aufbau eines Textes (Video von Patrick Bäumel)

Patrick Bäumel erläutert in diesem Video wichtige Fachbegriffe zur Epik, etwa den Unterschied zwischen linearen von mehrsträngigen Erzählungen sowie die Einteilung epischer Textes in Rahmen- und Binnenhandlung.

6.) Funktion der Sinnabschnitte in Kleists „Das Bettelweib von Locarno“

Michael Sommer zeigt, dass die Novelle „Das Bettelweib von Locarno“ im Prinzip wie ein klassisches Drama aufgebaut ist.

7.) Grundfragen zum Erzähler (Video von Christian Rühle)

Christian Rühle erklärt, dass Autor und Erzähler in epischen Texten nicht identisch sind und erläutert wichtige Fachbegriffe rund um die Analyse epischer Texte.

8.) Der Erzähler im Bettelweib von Locarno

Michael Sommer erläutert auf Grundlage des zuvor genannten Videos die Besonderheiten des Erzählers in der Novelle „Das Bettelweib von Locarno“.

9.) Sprachliche Analyse epischer Texte (Video von Christian Rühle)

Christian Rühle erläutert in seinem Video, was Stilmittel eigentlich sind und wie man sie in epischen Texten erkennt und deutet.

10.) Stilistische Analyse des Bettelweibs von Locarno

Michael Sommer erläutert einige stilistische Besonderheiten der Novelle „Das Bettelweib von Locarno“.

11.) Stilfigurenquiz

Die Zuschauerinnen und Zuschauer sollen einen Satz bilden, in dem drei zuvor genannte Stilfiguren vorkommen.

12.) Raum und Zeit in epischen Texten (von Prof. Dr. Frauke Bernd)

In dem Video wird erklärt, nach welchen Kriterien sich Raum und Zeit in epischen Texten untersuchen lassen.

13.) Raum und Zeit im Bettelweib von Locarno

Erläuterung von Raum und Zeit in Kleists Novelle „Das Bettelweib von Locarno“.

14.) Playmobilvideo: Die Epoche der Romantik

Michael Sommer nennt in diesem Video die wichtigsten Merkmale der Früh-, Hoch- und Spätromantik.

15.) Figurenanalyse am Beispiel des Bettelweibs von Locarno

In diesem Video werden kurz die Figuren der Novelle genauer beschrieben anhand der Leitfrage, ob es Widersprüche bei der Beschreibung der Figuren gibt.

16.) Innere und äußere Handlung (Video von Tobias Hübner)

Am Beispiel des Videospiels „Life is Strange“ wird der Unterschied zwischen innerer und äußerer Handlung erläutert.

17.) Innere und äußere Handlung im Bettelweib von Locarno

Michael Sommer beschreibt den (neutralen) Erzähler in der Novelle „Das Bettelweib von Locarno“.

18.) Die Epoche des Realismus (Video von Prof. Dr. Frauke Bernd)

In dem Video wird erklärt, was die Epoche des Realismus auszeichnet.

19.) Novelle, Parabel und Kurzgeschichte (Video von Tobias Hübner)

In diesem Beitrag werden die Kurzformen der Epik näher erläutert und die Unterschiede zwischen Novelle, Parabel und Kurzgeschichte herausgearbeitet.

Das folgende Video gibt den Inhalt der Falkennovelle wieder:

20.) Was macht das Bettelweib von Locarno zur Novelle?

Michael Sommer analysiert kurz, warum das Bettelweib von Locarno eine Novelle ist.

21.) Abschließende Tipps zum Verfassen einer Analyse

Michael Sommer gibt abschließend einige Tipps zum Schreiben einer Klausur.

Bonus: Sprache

1.) Einleitung in das Thema „Sprache“

Michael Sommer stellt die wichtigsten Themen aus dem Bereich Sprache in Abschlussprüfungen vor.

2.) Was ist Sprache?

Ausgehend von Herders Abhandlung zur Sprache wird kurz auf die Sapir-Whorf-Hypothese und Wittgenstein eingegangen.

3.) Kommunikationsmodelle

Hier werden die fünf Axiome von Watzlawick näher erläutert und auf die Darstellung des Kommunikationsquadrats im Video „Grundfragen der Dramenanalyse“ von Christian Rühle verwiesen.

4.) Sprachgeschichte

In diesem Video wird die Entwicklung der deutschen Sprache vom Indoeuropäischen bis zum gegenwärtigen Deutsch geschildert.

5.) Spracherwerb

Michael Sommer stellt dar, wie Kinder Sprache lernen und welche Entwicklungsschritte dabei unterschieden werden.

6.) Sprachvarietäten

Sprache lässt sich in verschiedene Varietäten einteilen, z. B. Dialekte und Fachsprache. Die wichtigsten Varietäten werden hier kurz vorgestellt und erläutert.

Ein Kommentar zu “SOS Abschlussprüfung – Crashkurs Deutsch auf YouTube

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